Im Herzen Berlins, auf einer Insel der Spree, befindet sich wohl einer der großartigsten Museumskomplexe Europas: Die Museumsinsel Berlin. Sie besteht heute aus fünf imposanten Gebäude-Teilen, die jeweils von namhaften Architekten des 19. Jahrhunderts in neu-klassizistischem Stil geplant und in den Jahren von 1830 bis 1930 realisiert wurden. Die Berliner Museen, die in den Bauten der Museumsinsel angesiedelt wurden, wie unter anderem das Bode-Museum oder das Pergamonmuseum, veranschaulichen neben ihren beeindruckenden Kunstsammlungen und einmaligen archäologischen Monumenten die Entwicklung moderner Museums-Architektur über ein Jahrhundert.

Entstehung um Umsetzung einer Vision

Die Museumsinsel in Berlin liegt direkt auf der Spree und ist ernanntes Weltkulturerbe.

Die Museumsinsel in Berlin liegt direkt auf der Spree und ist ernanntes Weltkulturerbe.

Der Grundstein für die Entstehung der heutigen Museumsinsel Berlin wurde somit bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter dem Druck des Bildungsbürgertums der Aufklärung, fürstliche Kunstsammlungen der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, gelegt. Im Jahre 1830 eröffnete schließlich das Alte Museum als erstes Museum auf dem Areal seine Pforten. Die stolze Vision des Preußen-Königs Wilhelm Friedrich IV., der Schaffung einer Freistätte für Kunst und Wissenschaften an der Spree, war geboren. In der Folge wurden das Neue Museum im Jahre 1859, die Alte Nationalgalerie im Jahre 1876 und das Bode-Museum im Jahre 1904 errichtet. Das Pergamonmuseum war ab dem Jahre 1930 erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Die Bezeichnung Museumsinsel setzte sich schließlich im Jahre 1870 durch. Diese wird als Ausdruck für den stolzen Anspruch des damaligen Königs gesehen, eine mit weltweit renommierten Museen vergleichbare Stätte für anspruchsvolle Kunst in Berlin zu schaffen.

Bedeutung der Museumsinsel Berlin im heutigen Kontext

Als Hauptsehenswürdigkeit zieht die Museumsinsel jährlich mehrere Millionen Besucher an, die Ausstellungen in Berlin sind weltweit angesehen. Im Jahre 1999 wurde die eindrucksvolle Anlage von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der wichtigen kulturellen und architekturgeschichtlichen Bedeutung um die Museumsinsel Berlin bewusst, wurde im selben Jahr von der Eigentümer-Stiftung Preußischer Kulturbesitz und den Museen zu Berlin ein Masterplan beschlossen, der die Sanierung, Wiederherstellung und die Erweiterung der historischen Bauten sowie Freiflächen vor sieht. Nach Fertigstellung im Jahre 2015 soll die Museumsinsel Berlin mit ihren Ausstellungen, Gebäuden und Freiflächen ein zukunftsfähiges Museumsareal sein, das stark an die ursprüngliche Vision von König Wilhelm Friedrich IV. knüpft.