Denkt man an Berlin, denkt man an den Alexanderplatz, den Fernsehturm, die Weltzeituhr, ans KaDeWe, ’ne Currywurst uff’n Ku’Damm, die Mauer, den Checkpoint Charlie, das Brandenburger Tor, eine Spreefahrt und dazu ’ne Berliner Weiße „mit Schuss“ und… das Pergamonmuseum. In Berlin kommen vor allem kulturgeschichtlich Interessierte bei einer der zahlreichen Ausstellungen voll auf ihre Kosten.

Die Museumsinsel Berlin – Ein ewiges Bauprojekt

Die Museumsinsel ist ein Paradies für Museumsliebhaber. Man findet sie auf dem nördlichen Teil der Spree-Insel, im alten, historischen Stadtkern Berlins. Die gesamte Insel, mit fünf, darauf befindlichen, aufwendig sanierten Museen, wie dem Alten und Neuen Museum, dem Pergamonmuseum, dem Bode-Museum (früher Kaiser-Friedrich-Museum) und der Alten Nationalgalerie, gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO.
Die Museen wurden seit ihrer Eröffnung mehrfach erweitert. Der „Masterplan Museumsinsel“ von 1993, welcher noch nicht ganz abgeschlossen ist, soll die Museeninsel zum größten Universalmuseum für Weltkunst und Weltkulturen weltweit machen.

Kunst und Kultur satt im Pergamonmuseum

Das meistbesuchte Museum in dieser Runde ist das Pergamonmuseum. Benannt wurde es nach der gleichnamigen, antiken, griechischen Stadt, in der das Pergament erfunden worden sein soll. Hier darf das Herz von Liebhabern antiker Kunstschätze, griechischer und römischer Skulpturen ruhig etwas höher schlagen.
Islamische Kunst vom 8. bis ins 19. Jahrhundert ist zu bestaunen. Auch werden 6000 Jahre vorderasiatischer Kunst und Kultur gezeigt. Bekannt ist das Pergamonmuseum vor allem für seine zahlreichen, antiken Tore und Fassaden. Allen voran das Ischtar-Tor und dessen Prozessionsstraße. Diese wurden ca. 600 v.Chr. in Babylon erbaut. Das Ischtar-Tor war eines der Stadttore und beeindruckt durch seine bunt glasierten Tonziegel, welche mit Löwen, Drachen und Blumen verziert sind. Es enthält auch noch die Bauinschrift des Königs Nebukadnezar II., dem Erbauer.
Der monumentale Pergamonaltar wurde ca. 200 v. Chr. erbaut. Allein die beeindruckende Freitreppe hat eine Breite von 20 Metern.
Etwa aus derselben Zeit stammt das prunkvolle Markttor von Milet. Der Fassadenbau war einst Teil einer sehr repräsentativen Agora, eines antiken Marktplatzes.
Die Mschatta-Fassade wurde, wie das Ischtar-Tor, durch Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Das Relief der Fassade ist mit naturgetreuen, römischen Darstellungen in frühbyzantinischer Baukunst verziert. Sie ist Teil eines Winterlagers aus dem 8. Jahrhundert, welches man 1840 in der jordanischen Wüste entdeckte. Der osmanische Sultan Abdülhamid II. gab sie als Schenkung an Kaiser Wilhelm II. weiter.

Information, Beratung und Buchung von Tickets

Aktuelle Ausstellungen im Pergamonmuseum:
Noch bis zum 8. September 2013: Uruk – 5000 Jahre Megacity
Ab 3. Juni – 1. September 2013: Meisterwerke aus dem Serail – Malereien aus den Klebealben des Heinrich Friedrich von Diez
Das Pergamonmuseum ist leider nur bedingt rollstuhlgeeignet.
Es hat täglich von 10 – 18 Uhr, und donnerstags bis 21 Uhr geöffnet.
Tel.: 030 – 266424242 (Mo. – Fr. von 9 – 16 Uhr)
Fax: 030 – 266422290
Mail: service@smb.museum