Das Mittelmeer ist nicht nur ein beliebtes Reiseziel vieler Deutscher, sondern vor allem ein großer Lebensraum für Tiere und Pflanzen. 21 Staaten grenzen am „Mare Mediterreaneum“, wie die Römer dieses Gewässer nannten, an und sind wirtschaftlich, wie ökologisch und klimatisch davon abhängig. Doch in den letzten Jahren wurde das Mittelmeer immer mehr belastet, was Folgen für die gesamte Umwelt mit sich brachte.

Lebensraum Mittelmeer

Mit seinen 2,5 Millionen Quadratkilometern ist das Mittelmeer nicht das größte Meer, aber bietet Lebensraum für vielerlei Tier- und Pflanzenarten. Über 700 Fischarten sind bisher entdeckt worden. Für den Menschen besonders wichtig sind der Thunfisch und Schwertfisch, der für viele Fischer als Lebensgrundlage dient. 34 Haiarten, darunter etwa der Katzenhai, aber auch der Blauhai und der Weiße Hai wurden schon gesichtet. Daneben kommen eine Vielzahl von Schwämmen, Krustentieren und Weichtieren vor. Viele Quallenarten und Kopffüsserarten, wie etwa der Sepia, sind im Mittelmeer beheimatet.

Auch einige Meeressäuger sind überall in diesem Gewässer zu finden, die meisten Arten kommen jedoch an der Straße von Gibraltar vor, die das Mittelmeer mit dem Atlantik verbindet. Neben 16 Delfinarten, wie etwa dem Gemeinen Tümmler, den die meisten Menschen aus der Serie „Flipper“ kennen, leben hier auch Bartenwale wie der Finnwal, der bis zu 16 Meter lang wird.

Klimatisch hat das Mittelmeer großen Einfluss auf die Anrainerstaaten. Da das Wasser die Sonnenwärme länger speichert, sind die Sommer sehr heiß, die Winter allerdings eher mild und nicht zu kalt. Dies ermöglicht den Anbau von exotischen Pflanzen und Früchten, wie etwa Orangen und anderen Zitrusfrüchten, von deren Export die Wirtschaft mit abhängig ist. Durch das Subtropische Klima ist auch die Tourismusbranche in vielen Staaten ein wichtiger Wirtschaftszweig geworden.

Das gefährdete Ökosystem

Der Einfluss des Menschen auf die Umwelt macht auch nicht vor dem Mittelmeer Halt. Besonders die Überfischung des Meeres hat zur Bedrohung vieler Fischarten geführt. Thunfisch und Schwertfisch sind gefragte Fischarten, die allerdings auch als Lebensgrundlage für andere Tierarten dienen. Durch das große Abfischen der Meere kommt auch immer mehr Beifang in die Netze der Fischer, die aber nicht für den Verkauf geeignet sind. Auch Delfine und Haie ersticken regelmäßig in den Netzen, so dass sich deren Bestand in den letzten Jahren verringert hat. Eine eingeschleppte Algenart hat sich sehr verbreitet, so dass regelrechte Algenwiesen entstehen, die den Nährstoffgehalt des Meeres senken. Durch Verklappung und das ungeklärte Abführen von Abwässern ins Mittelmeer sinkt der Sauerstoffgehalt, was das Wachstum der Algen begünstigt. Hieraus resultiert wiederum, dass einige Arten nicht lebensfähig sind und dadurch bedroht sind oder in manchen Gebieten schon verschwunden sind. Die Folgen für Mensch und Umwelt sind weniger Nahrung, mehr Probleme mit der Wasserzufuhr und Bedrohung wirtschaftlicher Sicherheiten.