Leif Eriksson, der auch „Der Glückliche“ genannt wurde, war ein aus Island stammender Entdecker. Er war der Sohn von Erik dem Roten und Thjohild und lebte von 975 bis ca. 1020. Er gilt heute als der erste weiße Europäer, der den nordamerikanischen Kontinent entdeckt hat.

Leif Eriksson und die Entdeckung Amerikas

Die Geschichte von Erikssons Entdeckung des amerikanischen Kontinents ist in zwei unterschiedlichen Versionen überliefert: in der „Erikssaga“ und der „Saga von den Grönländern“. Zusammen werden sie als die sogenannten „Vinland-Sagas“ bezeichnet.

Die Erikssaga

Der teils unrealistischen Erikssaga zufolge, machte sich Leif Eriksson im Jahr 1000 auf die Reise nach Norwegen. Nachdem er dort seine Angelegenheiten mit dem König erledigt und dieser ihn dazu bewegt hatte, sich zum Christentum zu bekennen, kehrte er nach Grönland zurück. Auf dem Rückweg kam er jedoch durch starke Strömungseinwirkungen vom Weg ab und stieß so auf neues, unbekanntes Land. Auf seiner Rückkehr nach Grönland half er Schiffbrüchigen und führte, nachdem er in Grönland angekommen war, dort auf Geheiß des Königs den christlichen Glauben ein. Die Saga berichtet von einer zweiten Fahrt zum unbekanntenLand, während der Eriksson und seine Gefährten die Gebiete Helluland, Markland und Vinland der nordamerikanischen Küste erkundeten.

Die Grönlandsaga

Die Grönlandsaga wird im Gegensatz zur Erikssaga als realistisch angesehen

Die Grönlandsaga wird im Gegensatz zur Erikssaga als realistisch angesehen

Im Gegensatz zur Erikssaga wird die Grönlandsaga historisch als glaubwürdiger angesehen. Der Grönlandsaga nach erspähte der Kaufmann Bjarni Herjólfsson auf der Suche nach Grönland in der Ferne ein ihm unbekanntes, waldreiches Land, bei dem es sich um Vinland handelte. Leif Eriksson, der von Herjólfssons Fund erfuhr, unternahm eine Entdeckungsreise dorthin. Da Leif Eriksson in Vinland an Land ging, es erkundete und dort den Winter verbrachte, gilt er heute als Entdecker Nordamerikas.

Die Schilderungen der Vinland-Sagas beruhen wahrscheinlich auf wahren Ereignissen, dies konnte durch archäologische Funde skandinavischer Artefakte und Siedlungsreste in L’Anse aux Meadows auf Neufundland (Vinland) bekräftigt werden.

Leif Eriksson und Christoph Kolumbus

Der Wikinger Leif Eriksson hat demnach fast ein halbes Jahrhundert vor Christoph Kolumbus Amerika entdeckt. Die Erzählungen um Leif Eriksson gerieten vermutlich in Vergessenheit, weil spätere Besiedlungsversuche Amerikas durch die Wikinger scheiterten.