Baltrum ist die kleinste der bewohnten Ostfriesischen Inseln vor der Küste Niedersachsens. Die typische Düneninsel entstand aus einer Sandbank, die sich durch das Zusammenspiel von Ebbe und Flut bildete. Irgendwann ragte das Sediment aus dem Wasser, sodass der Wind immer mehr Sand anlandete und eine Düne entstehen ließ. Die Besiedlung durch Pflanzen festigte die langsam wachsende Insel.

Dünenlandschaft auf Baltrum

Dünenlandschaft auf Baltrum

Die Region Baltrum liegt heute im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer. Gerade wegen des amphibischen Lebensraumes mit seinem Artenreichtum lockt Baltrum viele Naturliebhaber an. Doch nicht nur die Gezeitenzone selber hat ihren Anteil an dem schützenswerten Biotop, sondern auch der Strand, die Dünen und besonders die Salzwiesen. Das dynamische Gebilde der Düneninsel hat im Laufe der letzten 4 Jahrhunderte stetig seine Gestalt verändert. Insbesondere eine ostwärts gerichtete Wanderungsbewegung verzeichnen historische Geographen.

Trotz aller Wandelbarkeit ist das Eiland aber sehr alt. Bereits griechische Historiker der Antike hinterließen schriftliche Zeugnisse darüber, dass sie die Insel kannten, vielleicht nicht aus eigener Anschauung, aber doch durch Berichte Reisender. Die ersten urkundlichen Belege stammen aus dem Jahre 1398. Es ist ein Vertragswerk, in dem die Eigentümer Baltrums, eine Familie namens Tom Brok, die Insel – merkwürdigerweise – den bayrischen Wittelsbachern übereignen. Einen Überblick über die Geschichte Baltrums erhält man im Inselmuseum „Altes Zollhaus„.

Baltrum ist nur 5 km lang.

Baltrum ist nur 5 km lang.

Wer nach Baltrumkommt, tut es der Ruhe in freier Natur wegen. Und die wird nicht durch Autos gestört, denn private PKWs gibt es dort durch Verbot nicht. Allerdings braucht man die auf der 5 km langen Insel auch gar nicht. Gut auskennen muss sich der Briefträger: Es gibt auf Baltrum keine Straßennamen, nur Hausnummern. Das Leben auf der Insel kann der Gast am besten beim Besuch der Sehenswürdigkeiten kennen lernen. Die 3 Kirchen sind zu besichtigen und das Heimatmuseum im alten Zollhaus zeigt volkskundliche Exponate. Was die Insel am meisten prägte, stellt das Nationalparkhaus dar: Die Gezeiten sind ein historisches und immer aktuelles Thema.

Der klassische Weg auf die Insel führt mit der Baltrum-Fähre vom Hafen Neßmersiel aus. Dorthin gelangt der Besucher auch mit Bahn und Bus. Wer mit der Anreise ein beeindruckendes Panorama erleben möchte, fliegt ab Norden-Norddeich mit dem Kleinflugzeug. Das ist allerdings ein kurzes Erlebnis. Der Flug dauert nämlich nur 8 Minuten.

 

Foto 2: Huebi