Animateur zu sein ist für viele Frauen und Männer eine begehrte Tätigkeit. Sie sind dort, wo andere Ferien machen, und zwar gemeinsam mit den Urlaubern. Sie verbringen einen großen Teil der Urlaubszeit zusammen mit den Gästen in deren Ferien, sie sind sozusagen für deren Urlaubsspaß und Unterhaltung zuständig. Das kann natürlich schon mal in Arbeit ausarten, aber genau dafür werden die Reiseleiter und Animateure von den Reiseveranstaltern auch angestellt.
Urlauber und Touristen können in den Ferien abschalten und sich ihr Animations-programm aussuchen. Sie können daran teilnehmen oder auch nicht, ganz wie sie es möchten. Beim Animateur sieht es genau andersherum aus, und beim Reiseleiter ganz ähnlich. Beide sind quasi bis auf die Nachtruhe im Dienst. Entweder sind sie aktiv beschäftigt, oder in Bereitschaft. Sie müssen im Grunde genommen jederzeit ansprechbar sein, denn sie sind vor Ort der verlängerte Arm des Reiseveranstalters. Sie gehören buchstäblich zum Reiseprogramm in die Ferien.

Geld verdienen und gleichzeitig Ferien machen ist nicht ganz unmöglich, aber nur bedingt möglich. Dem Reiseleiter respektive Animateur muss bewusst sein, dass von ihm eine vertragliche Dienstleistung erwartet wird. Dafür wird er bezahlt, und unterm Strich ist die Bezahlung bei allen Reiseveranstaltern durchaus beachtlich. Im Übrigen handelt es sich um einen Arbeitsvertrag, den beide Seiten auf freiwilliger Basis schließen; keiner von beiden wird dazu gezwungen. Der Arbeitnehmer muss vor der Vertragsunterzeichnung sein Können realistisch einschätzen und sich über die Arbeit sowie die damit verbundene Verantwortung bewusst sein. Das gilt auch für die Konsequenzen, die der Arbeitgeber zieht, ziehen muss, wenn Vertragsverstöße vorliegen.

Wenn der Begriff Ferien mit einer temporären Freizeit definiert wird, ist es durchaus möglich, das eine mit dem anderen zu verbinden. Eine Gruppe von Animateuren oder Reiseleitern kann sich organisieren und strukturieren. Für die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten am Ort der Ferien, oder aber für die eine oder andere Auszeit auf dem Kreuzfahrtschiff wird es immer Gelegenheit geben. Für einen längeren Zeitraum, sozusagen für die Ferien in den Ferien, reicht es nicht aus. Denn der Arbeitgeber vergütet diese temporäre Tätigkeit für eine vorgegebene Arbeitszeit, in der kein Erholungsurlaub vertraglich vorgesehen ist. Gegen das eine oder andere Sightseeing oder Relaxen werden weder Reiseveranstalter noch Feriengäste etwas einwenden – solange es keine berechtigten Klagen gibt und die Arbeit nicht vernachlässigt wird.