Die Verbotene Stadt

Die Verbotene Stadt liegt im Stadtteil Dongcheng im Zentrum von Peking. Sie kann tagsüber gegen ein Eintrittsgeld besichtigt werden. Der Grundriss in seiner ursprünglichen Form ist bis heute erhalten. Die Verbotene Stadt wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

In dem kurzen Zeitraum von 1406 bis 1420 wurde die Verbotene Stadt von einer Million Sklaven und 100.000 Kunsthandwerkern erbaut unter der Führung des dritten Kaisers der Ming Dynastie, Kaiser Yongle. Der Grund war die Verlegung der Hauptstadt des Großreichs Chinas von Nanjing nach Beijing (Peking) um die Stellung Nordchinas gegen die Mongolen zu sichern. Der einfachen Bevölkerung war der Zutritt nicht gestattet.

Die Verbotene Stadt war der Sitz der chinesischen Kaiser ab dem dritten Kaiser der Ming Dynastie und den nachfolgenden Kaisern der Qing Dynastie bis 1924.

9.999 Zimmer

890 Paläste zählt die Verbotene Stadt auf 720.000 Quadratmeter Fläche. (Bildquelle: © Eagle - Fotolia.com)

890 Paläste zählt die Verbotene Stadt auf 720.000 Quadratmeter Fläche. (Bildquelle: © Eagle – Fotolia.com)

890 Paläste zählt die Verbotene Stadt auf 720.000 Quadratmeter Fläche sowie zahlreiche Pavillons, Gärten, Grünflächen und große Steinplätze. Da nur der Himmel einen Palast mit 10.000 Räumen haben durfte, wurde darauf geachtet, insgesamt nur 9.999 und einen halben Raum zu erbauen.

Die Stadt ist von einer 10 Meter hohen Mauer und einem 52 Meter breiten 6 Meter tiefen Wassergraben umgeben. Zu allen vier Himmelsrichtungen befindet sich ein Tor. Hinter dem Nordtor ist der Platz des himmlischen Friedens, auch Tianánmen-Platz genannt, er ist 40 Hektar groß und ist damit der größte Platz weltweit. Insgesamt passen ca. eine Million Menschen auf den Platz. 

1989 wurden auf dem Platz des himmlischen Friedens Tausende von Zivilisten getötet, die dort für die Demokratisierung Chinas demonstrierten. Der Platz wird heute ständig bewacht, um jede weitere Demonstration auf dem größten befestigten Platz der Erde zu verhindern.

Das Leben in der Verbotenen Stadt

In der Ming Dynastie wurde ein großer kaiserlicher Verwaltungsapparat erschaffen, der neben den Bediensteten und der kaiserlichen Familie in der Verbotenen Stadt lebte. China wurde von dort aus zentral regiert, anstatt wie bis dahin einzelne Minister im ganzen Land zu überwachen.

Da es im Winter in Peking bis -20°C kalt wird, konnten die Gebäude über Hohlmauern, die Rohrverbindungen zu Heizöfen hatten, im Winter beheizt werden.

In Richtung Norden sind die zahlreichen Gebäude, auch Rückzugsorte des Kaisers ausgerichtet, die einen Einblick in sein Leben geben. Das größte und wichtigste Gebäude ist die Halle der höchsten Harmonie. Hier wurden Kaiser gekrönt und vermählt. In dieser Halle befindet sich der berühmte goldene Drachenthron.

Ende und Neubeginn für die Verbotene Stadt

1860 besetzten erstmals britisch-französische Truppen die Verbotene Stadt. Die ersten beeindruckenden Fotos der chinesischen Kaiser zeigen die Kaiserwitwe Tse Si mit Hofdamen, zum Ende des 19ten Jahrhunderts verließ sie die Stadt.

Kaiser Pu Yi war von 1908 bis 1912 der letzte Kaiser von China. Er wurde nach seiner Kollaboration mit Japan im 2. Weltkrieg inhaftiert und „umerzogen“. Er lebte bis zu seinem Tod am 17. Oktober 1967 als selbstständiger Gärtner. Auch von ihm existieren Fotografien, die die Veränderungen in dieser Zeit widerspiegeln. Seit 1924 ist die Verbotene Stadt für die Bevölkerung zugänglich und bezeugt lebendig, dank der gut erhaltenen Bauwerke, Denkmäler und großzügigen Steinplätze, das damalige Leben der chinesischen Kaiser.

Geschichte Pekings

Peking, die Hauptstadt Chinas, ist in den letzten Jahren zu einem immer bedeutenderen Ort der Macht geworden. Für China war die Stadt aber auch schon vor vielen Jahren der Hauptsitz der Kaiser, weshalb Peking auf eine lange Geschichte zurück blicken kann.

 Die erste Erwähnung

Die urkundliche erste Erwähnung von Peking ist auf circa 1000 vor Christus datiert. (Bildquelle: © zhu difeng - Fotolia.com)

Die urkundliche erste Erwähnung von Peking ist auf circa 1000 vor Christus datiert. (Bildquelle: © zhu difeng – Fotolia.com)

Die urkundliche erste Erwähnung von Peking ist auf circa 1000 vor Christus datiert. Damals hieß der Ort noch Ji, was auf Deutsch Schilf bedeutet. Haupteinnahmequelle der Menschen war der Handel mit verschiedenen Stämmen, wie zum Beispiel den Mongolen. Während der Qin-Dynastie verlor Peking den Status einer Hauptstadt. Die Bedeutung der Stadt wuchs aber dann in den darauffolgenden Jahrhunderten, da sie zu einer wichtigen Handelsstadt geworden war und auch für das Militär strategisch sehr günstig lag. Nachdem weitere Dynastien Peking wieder als Hauptstadt ausgewählt hatten, wurde sie schließlich im Jahr 1215 von Dschingis Khan zerstört. Danach ließ er eine neue Stadt mit dem Namen Dadu errichten.

Die Ming-Dynastie

Im Jahr 1368 übernahm die Ming-Dynastie die Herrschaft über China. Sie nannten Dadu in Beiping um. 1408 bekam sie wieder einen neuen Namen, Beijing. Kaiser Yongle errichtete eine komplett neue Stadt. Aus dieser Zeit stammen auch die berühmtesten Gebäude von Peking, zum Beispiel die Verbotene Stadt. Mit den folgenden Herrschern wurden auch immer weitere, neue Paläste gebaut. Die Baukunst in Peking glänzte zum letzten Mal im Jahr 1884 durch die Kaiserinwitwe Cixi auf. Nachdem französische Truppen einige Jahre zuvor den Sommerpalast niedergebrannt hatten, lies sie einen neuen Sommerpalast errichten. Aber auch dieser Palast wurde im Jahr 1900 ebenfalls durch ein Feuer zerstört.

Kaiserreich China

China ist eine der ältesten Zivilisationen der Menschheit und gehört zu den größten Kulturen überhaupt. Erste schriftliche Erwähnung fand China vor etwa 3500 Jahren. Glaubt man der Mythologie, geht das chinesische Reich auf drei Ur Kaiser zurück. Das waren die Kaiser Fuxi, Shennong und Huang Di, welcher auch als eigentlicher Kulturschöpfer gilt.

Blütezeit des chinesischen Reiches

China ist eine der ältesten Zivilisationen der Menschheit. ( Bildquelle: © wusuowei - Fotolia.com )

China ist eine der ältesten Zivilisationen der Menschheit. ( Bildquelle: © wusuowei – Fotolia.com )

Die frühen Dynastien waren der Grundstein der gesamten chinesischen Kultur. Das eigentliche chinesische Kaiserreich begann mit der Quing Dynastie (221.-207v Chr.) danach folgten:

  • die Zeit der drei Reiche, Xia-Dynastie um 2000 – 17. Jh. v. Chr.
  • Shang-Dynastie 17.Jh. v. Chr. bis 11. Jh. v. Chr.
  • Zhou-Dynastie um 1025 – 225 v. Chr.
  • Reichseinigung unter Quin Shi Huangdi 221 v. Chr.
  • Westliche Han-Dynastie 206 v. Chr. bis 9 n. Chr.
  • Östliche Han-Dynastie 25 – 220 n. Chr.
  • Drei Reiche 221 – 263
  • Nord-Süd-Teilung 304 – 589
  • Nördliche Wei-Dynastie 439 – 539
  • Reichseinigung; Sui-Dynastie 581 – 618
  • Tang-Dynastie 618 – 907
  • Nanzhao-Reich in Yunnan 629 – 1252
  • Reichsteilung: Fünf Dynastien (Nordchina)
    und zehn Reiche (Südchina) 907 – 979 n. Chr.
  • Liao-Reich der Kitan (Mongolei) 947 – 1125 n. Chr.
  • Song-Dynastie 960 – 1126
  • Jin-Reich der Dschurdschen (Nordchina 1126 – 1234
  • Südliche Song-Dynastie 1127 – 1279
  • Yuan-Dynastie der Mongolen 1271 – 1367
  • Ming Dynastie 1368 – 1644
  • Quing-Dynastie der Mandschuren 1644 – 1912

Während der Quing- Dynastie wurde z.B. die chinesische Mauer vollständig errichtet und es wurden einheitliche Maße und Gesetze eingeführt. Die Han Dynastie gilt als eine der bedeutendsten überhaupt. Die Seidenstraße ermöglichte Handel mit dem römischen Reich. Die Wirtschaft war im Aufschwung. Seither nannte man die Chinesen auch Han Chinesen.

Wissenschaftlicher und kultureller Fortschritt

Einige Jahrhunderte vor dem Abendland wurden in China viele wissenschaftliche und technische Entdeckungen gemacht. Darunter der Buchdruck, die Porzellan – und Papierherstellung und die Erfindung des Schwarzpulvers. Selbst Stahl konnten die Chinesen schon im 4.Jahrhundert herstellen, was hier zu Lande erst um 1846 möglich war. Die einzelnen Dynastien sorgten für ein Auf – und Ab in der Entwicklung. Es gab immer wieder Teilungen und Zerwürfnisse. Die chinesische Geschichtsschreibung orientiert sich aber nur an den Hauptdynastien. Die kulturelle und landwirtschaftliche Entwicklung in der Kaiserzeit war der im Abendland auch bei weitem überlegen. Mit der Quing Dynastie endete dann das chinesische Kaiserreich 1912.

Das heutige China

Nach dem Sturz des letzten Kaisers wurde die Republik China 1912 gegründet. Der letzte Kaiser Pu Yi war erst 5 Jahre alt und lebte in der Mitte Pekings, in der verbotenen Stadt. Nach seinem Sturz und der Umerziehung lebte er als Gärtner. An die Verbotene Stadt grenzt der Platz des Himmlischen Friedens, auf dem 1989 eine Studentenrevolution blutig zerschlagen wurde. Die heutige Volksrepublik China wurde 1949 ausgerufen und Peking war und ist die Hautstadt der Volksrepublik. Das heutige China grenzt an 14 Staaten und ist mit etwa 1,34 Milliarden Einwohnern das Bevölkerungsreichste Land der Erde. In Ostasien ist China der Flächengrößte Staat. 1997 wurde Hongkong an die VR China wieder angegliedert, ebenso Macao 1999. Beide Länder haben aber eine Sonderverwaltungsstellung. Taiwan ist eine eigenständige „Republik“, wird aber von der Volksrepublik nicht anerkannt.

Platz des himmlischen Friedens

Der Platz des himmlischen Friedens liegt im Zentrum Pekings und misst eine Gesamtfläche von ca. 440.000 qm. Geprägt von architektonischen Meisterleistungen und dem geschichtsträchtigen Hintergrund zieht es täglich tausende Besucher in seinen Bann.

Das Tor des himmlischen Friedens

Der Platz des himmlischen Friedens liegt im Zentrum Pekings. ( Bildquelle: © camera-me.com - Fotolia.com )

Der Platz des himmlischen Friedens liegt im Zentrum Pekings. ( Bildquelle: © camera-me.com – Fotolia.com )

Den Grundstein für den Platz des himmlischen Friedens bildete 1417 die Erbauung des Tores an der Nordseite des Platzes, das zugleich der Eingang ist. Hinter dem Platz des himmlischen Friedens befindet sich die Verbotene Stadt, daher war der Platz bis 1911 nicht öffentlich zugänglich. Das Tiananmen, das Tor des himmlischen Friedens, wurde während der Ming-Dynastie errichtet. Am Ende der Dynastie wurde das Tor von Rebellen zerstört und schließlich unter Quing vollständig wiederaufgebaut. Von dem Tor aus rief man zu jener Zeit den nachfolgenden Kaiser aus. Zugleich galt das Tiananmen als Opferstätte. Von geschichtlich großer Bedeutung wurde das Tor wiederum, als 1949 Mao Zedong von dort aus die Volksrepublik China ausrief.

Denkmal für die Helden des Volkes

1952 wurde auf dem Platz des himmlischen Friedens das Denkmal für die Helden des Volkes vom chinesischen Architekten Liang Sicheng und seiner Frau Lin Huiying errichtet, welches an die Opfer der revolutionären Kämpfe für Freiheit in China während des 19. und 20. Jahrhunderts erinnert. Chinas größtes Denkmal misst eine Fläche von 3.000 Quadratmetern und über 40 Metern Höhe.

Große Halle des Volkes

Westlich des Denkmals befindet sich die 1958 erbaute Große Halle des Volkes. Sie gilt als eine der symbolträchtigsten Bauwerke des Landes und ist wesentlicher Bestandteil eines der „Zehn Großen Gebäude“ Chinas. In der Halle des Volkes befindet sich der Sitz des Nationalen Volkskongresses. Des weiteren werden dort staatliche Großveranstaltungen ausgerichtet.

Chinesisches Nationalmuseum

Im Osten befindet sich das Chinesische Nationalmuseum, dass nach seinem Umbau nun mit einer Fläche von 195.000 Quadratmetern das weltweit größte Museum ist.

Mausoleum Mao Zedongs

Auf dem südlichen Abschnitt vom Platz des himmlischen Friedens wurde 1976, nach dem Tod des Staatsmannes Mao Zedongs, ihm zu Ehren ein gewaltiges Mausoleum errichtet, in dem sein Leichnam aufgebahrt wurde.

Geschichtliche Ereignisse

  • 4. Mai 1919: „Bewegung des vierten Mai“ mit über 3.000 Demonstranten
  • 4. April 1976: „Tiananmen-Zwischenfall“
    Im Gedenken an den verstorbenen Mao Zedong legte das Volk Blumen und Kränze auf dem Platz des himmlischen Friedens nieder, die die Regierung über Nacht entfernen ließ. Daraufhin protestierte das Volk am darauf folgenden Tag friedlich. Die Demonstration wurde von Polizei und Militär gewaltsam aufgelöst.
  • 4. Juni 1989: „Tiananmen-Massaker“
    Nach monatelangen Protesten des chinesischen Volkes für eine Demokratie wurde die Demonstrationsbewegung letztendlich blutig beendet. Man spricht von einer Opferzahl im Rahmen zwischen 300 und 3.000 zu beklagenden Todesfällen auf dem Platz des himmlischen Friedens.